neues deutschland: Diskriminierte Kranke: Hartz&Hetz

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Jeder anderen Institution würde so ein Vorgehen
gegen die ihr unterstellte Klientel dermaßen um die Ohren gehauen,
nur die Bundesagentur für Arbeit kann sich offenbar alles erlauben.
Zahlen hat sie nicht, aber sie hat irgendwie so ein diffuses Gefühl,
dass sich Hartz-IV-Bezieher öfter mal krank schreiben lassen. Dabei
gammeln die Prügelknaben der Nation doch eh die ganze Zeit in der
sozialen Hängematte. Allerdings haben sie beim Herumschaukeln auch
manchmal komische Gefühle – beispielsweise beim Anblick der Papiere
aus ihrer Agentur über zweifelhafte Umschulungsvorschläge, Stellen
zum Dumpinglohn, falsch berechnete Bescheide oder ungerechtfertigte
Sanktionen. Ganz zu schweigen vom Ausbleiben anständiger Angebote bei
gleichzeitigem Wachsen von Herabwürdigung und Verachtung. Allerdings
kann sich ein Hartzbube gegen einen Hetzkönig kaum zur Wehr setzen,
denn anders als letzterem ist es ihm nicht gestattet, mit dem
Medizinischen Dienst im Schlepptau den Sachbearbeiter seines
Misstrauens zu Hause aufzusuchen, um zu überprüfen, ob dieser die
täglichen Amtsentscheidungen im Vollbesitz seiner psychischen Kräfte
trifft. Mehr als einmal haben Untersuchungen klar ergeben, dass
Arbeitslosigkeit krank macht – offenbar ebenso wie demütigende und
gering bezahlte Jobs, wie die in den letzten Jahren steigende Zahl
von Kranken und psychisch Beeinträchtigten zeigt. Statt eine
Gesundheitspolizei auszusenden, sollten auskömmlich bezahlte Beamte
und Angestellte besser darüber nachdenken, wie sie ihre Arbeit
erfolgreich machen können.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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