neues deutschland: Frauen in Vorständen: Pfötchen gegen Quötchen

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Es gab gestern aus der rechten Ecke viel Peinliches
in der Debatte um die geplante Quotenregelung für Frauen in
Aufsichtsräten zu hören. Etwa: Man lehne sie ab, weil man eigentlich
dafür sei. Das ist schon ein bemerkenswertes Argument. Oder: Das Ziel
der Quotenbefürworterinnen seien gar nicht bessere Positionen für
Frauen, sondern der Keil in der Koalition. Noch besser: Der gestrige
Tag sei ein guter Tag für die Frauen im Land. Offenkundig herrscht in
weiten Teilen der Konservativen beiderlei Geschlechts die Annahme,
Frauen in der Politik sind die Kleinen, die man zwar mitnimmt zum
Spielen, denen man aber noch eine Menge beibringen muss. Wenn die
Kleinen schon so ein wunderliches Gesetz machen wollen, dass ihnen
genau so viele Glitzermurmeln zugesteht wie den Großen, dann muss man
zumindest versuchen, das zu verhindern. Man muss sie bequatschen, bis
sie am Ende selbst glauben, dass sie die Murmeln gar nicht haben
wollen. Zumindest nicht gleich, vielleicht nur eine oder zwei,
nächstes Jahr oder 2020 oder so. Und dann hat man sie. Dann kann man
sie noch eine Weile vertrösten und wenn sie wieder mit dem Geschrei
anfangen, muss man sich etwas Neues einfallen lassen. Blöd ist, dass
sich Spielplatz und Bundestag oft gar nicht so sehr unterscheiden.
Gestern haben es die Großen tatsächlich fertig gebracht, die Kleinen
gegen sich selbst abstimmen zu lassen. Brav haben die ihre Pfötchen
gehoben, um auf ihr Murmelquötchen zu verzichten.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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