Ost-Kongo: CARE fordert mehr Schutz für Flüchtlingscamps in Goma /Frauen und Mädchen fühlen sich bedroht / CARE-Pressesprecherin als deutsche Interviewpartnerin vor Ort

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Bonn/Goma, 12. Dezember 2012. Angesichts der
erneut eskalierten Gewalt zwischen kongolesischer Armee und
bewaffneten Rebellen in und um Goma zeigt sich die Hilfsorganisation
CARE sehr besorgt über den Schutz der Binnenflüchtlinge in spontanen
Lagern, die sich um die Provinzhauptstadt gebildet haben.

„Viele Frauen und junge Mädchen haben uns berichtet, dass sie sich
in den Lagern nicht sicher fühlen. Die Zahl der Patienten, die
sexuelle Gewalt erlitten haben, hat sich in einer nah gelegenen
Gesundheitsstation im November gegenüber dem Vormonat verdoppelt“,
berichtet CARE-Pressesprecherin Sabine Wilke, die zurzeit in Goma
ist. „Die UN-Friedensmission MONUSCO und die kongolesische Regierung
müssen sicherstellen, dass die Lager in und um Goma ausreichend
geschützt werden.“

Viele der von CARE befragten Binnenflüchtlinge berichten von
Plünderungen und Angriffen durch bewaffnete Gruppen. Frauen und
Mädchen sind besonders in Gefahr, wenn sie die Lager auf der Suche
nach Feuerholz und Nahrung verlassen. Natürlich sei es das Ziel,
allen Binnenflüchtlingen eine möglichst schnelle Rückkehr nach Hause
zu ermöglichen, betont Wilke. „Aber das wird nicht innerhalb der
nächsten Tage oder Wochen passieren. Solange die Familien also in
Lagern oder Schulgebäuden Unterschlupf suchen, müssen sie angemessen
beschützt werden.“

CARE hat gemeinsam mit einer Partnerorganisation eine Befragung in
Lac Vert durchgeführt, einem Lager rund 15 Kilometer westlich von
Goma. Die ersten Familien kamen hier im April an, inzwischen ist das
Lager auf die doppelte Größe gewachsen. Heute, nach der erneuten
Eskalation der Gewalt um Goma, leben hier 20.440 Menschen. Die
Mehrheit der befragten Frauen nannte vor allem als Wunsch, ein wenig
Geld zu verdienen. „All diese Frauen sind Überlebende, aber sie sind
auch Unternehmerinnen. Und sie wollen so schnell wie möglich wieder
auf eigenen Beinen stehen“, berichtet CARE-Pressesprecherin Wilke.
„Es ist wichtig, dieses Bedürfnis ernst zu nehmen.“

Die Frauen machten unterschiedliche Vorschläge: Sie wollen Seife
herstellen, was auch den hygienischen Zuständen im Lager helfen kann,
oder ein Huhn großziehen, um die Eier zu verkaufen. CARE plant,
Frauengruppen in den spontanen Lagern mit Bargeld zu unterstützen,
damit sie solche und andere Aktivitäten unternehmen können. Außerdem
bildet CARE Sozialarbeiter aus, die Fälle von sexueller Gewalt
erkennen und die Betroffenen betreuen.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Sabine Wilke, Pressesprecherin von CARE
Deutschland-Luxemburg, ist zurzeit in Goma und steht für Interviews
zur Verfügung.

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Johanna Mitscherlich
Telefon: 0228 / 97563 23
Mobil: 0176 / 70 330 114
E-Mail: mitscherlich@care.de

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