Rheinische Post: Kommentar / Die Auto-Kanzlerin = Von Birgit Marschall

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Etwas mehr Problembewusstsein und Empathie
hätte die Kanzlerin vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss schon zeigen
können. Dass durch Manipulationen der Motoren-Software von
Dieselfahrzeugen die Gesundheit von Millionen Menschen gefährdet und
der Umwelt massiv Schaden zugefügt wurde – wenigstens das hätte die
frühere Umweltministerin einmal konstatieren können. Sie tat es
nicht. Stattdessen erklärte sie, sie habe erst aus den Medien vom
VW-Skandal erfahren. Jede andere Einlassung wäre ihr auch gar nicht
möglich gewesen. Denn hätte sie es früher gewusst, wäre aus dem
VW-Skandal eine Regierungskrise geworden, und Merkel hätte sie wohl
nicht überstanden. Ihr Verkehrsminister habe außerdem alles richtig
gemacht, sagte Merkel. Tatsächlich hat aber die
Untersuchungskommission, die Dobrindt im eigenen Hause einrichtete,
mehr verschleppt als aufgeklärt. Kein Wunder, in der Kommission saßen
keine unabhängigen Leute. Keinen Veränderungsbedarf sieht Merkel auch
bei den Behörden. Die Autoindustrie braucht sich vor dieser Kanzlerin
nicht zu fürchten.

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