Schlingensiefs „Operndorf Afrika“: Schule feiert Eröffnung

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Die auf Initiative von Christoph Schlingensief hin
gegründete und nach seinem Tod im August vergangenen Jahres von
seiner Ehefrau Aino Laberenz fortgeführte Festspielhaus Afrika gGmbH
freut sich außerordentlich, Ihnen heute Folgendes mitteilen zu
dürfen:

Im Rahmen des 2008 von Christoph Schlingensief ins Leben gerufenen
Langzeitprojekts „Operndorf Afrika“ findet am 8. Oktober 2011 die
Feier zur offiziellen Schuleröffnung im Operndorf, unweit der
burkinischen Hauptstadt Ouagadougou statt. Damit ist die erste von
insgesamt drei Bauphasen, die Schlingensief mit dem aus Burkina Faso
stammenden Architekten Francis Kéré geplant hat, abgeschlossen.

Aino Laberenz: „Wir haben es geschafft! Mit der Leidenschaft und
dem unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten sind wir dem Traum einer
eigendynamischen Kulturstatt einen großen Schritt näher gekommen.
Christoph wäre wahnsinnig glücklich gewesen. Mit der Schuleröffnung
wird seine Vision heute ein stückweit Wirklichkeit. Wichtiger noch
ist, dass der Wunsch so vieler Einheimischer, die sich für das
Operndorf interessieren und sich dafür einsetzen, immer mehr Gestalt
annimmt. Heute feiern wir und das Leben im Dorf beginnt. Und morgen
bauen wir weiter!“

Die Schule wird in den kommenden sechs Grundschuljahren jeweils
eine Klasse für 50 einheimische Kinder anbieten. Zusätzlich zu den
regulären Schulfächern wird es Film-, Kunst- und Musikklassen geben,
in denen die Kinder lernen können, sich eigenständig künstlerisch
auszudrücken.

Die Schuleröffnung ist zugleich Ausgangspunkt von Schlingensiefs
Idee, abseits der tradierten europäischen Hochkultur einen
künstlerischen Schmelztiegel zu schaffen, in dem sich
unterschiedliche Kulturen auf Augenhöhe begegnen – und neu beleben.

Zu den prominenten Operndorf-Unterstützern der ersten Stunde
gehören u.a. der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell, der
burkinische Filmemacher Gaston Kaboré, der Bundesaußenminister aD und
jetzige SPD-Fraktionschef im Deutschen Bundestag, Frank-Walter
Steinmeier, Brigitte Oetker, Herbert Grönemeyer sowie Roland
Emmerich. Schirmherr des Projekts ist Bundespräsident aD Horst
Köhler.

Parallel zum deutschen Beirat rund um Aino Laberenz, der sich
ehrenamtlich für die Belange von „Operndorf Afrika“ engagiert, hat
sich in Burkina Faso ein künstlerischer Beirat gegründet. Mit Gaston
Kaboré, Mitglied der Berlinale-Jury 2009, dem Bildhauer Siriki Ky,
dem Regisseur und Präsidenten des burkinischen Theaterinstituts,
Etienne Minoungou, der Choreographin Irène Tassembedo, dem Musiker
Konomba Traoré und dem Rap-Musiker Serge Bambara (Smockey) gehören
dem Beirat wichtige Vertreterinnen und Vertreter der burkinischen
Kulturszene an.

Ganz im Sinne des zentralen Projektanliegens, wonach das Operndorf
mehr und mehr in die Autonomie und Handhabe der Menschen vor Ort
übergehen soll, entwickelt der burkinische Beirat Ideen und Programme
für das künstlerische Leben im Operndorf. Dazu zählt auch die
Unterrichtsgestaltung in der nun eröffnenden Schule.

Auf einer Podiumsdiskussion anlässlich der Aufführung von
Schlingensiefs deutsch-burkinischem Projekt „Via Intolleranza II“
beim Berliner Theatertreffen 2011 wies Gaston Kaboré mit Blick auf
das Operndorf darauf hin, wie wichtig künstlerische Ausdrucksformen
für die Entwicklung der eigenen Identität von Kindern sind. In diesem
Selbstfindungsprozess benötige Burkina Faso die Kultur. Die Menschen
dort verlangten danach, sie hätten ein Anrecht auf Kultur, um der
eigenen Entfremdung entgegenzuwirken und sich wieder stärker in ihrer
Heimat zu verwurzeln. Für Burkina sei das Operndorf ein Pilotprojekt,
in dem es darum gehe, sich selbstbewusst den Herausforderungen der
modernen Welt und den notwendigen Veränderungsprozessen in Afrika zu
stellen.

Zur Feier anlässlich der Schuleröffnung am 8. Oktober ist die
ganze Bevölkerung eingeladen. Von offizieller Seite nehmen u.a. der
Kulturminister von Burkina Faso, Vertreter der Regionalverwaltung,
Häuptlinge der umliegenden Volksstämme sowie für die Festspielhaus
Afrika gGmbH Aino Laberenz, Meike Fischer und Christine Richter teil.

„Operndorf Afrika“ wird unterstützt aus Mitteln des Auswärtigen
Amtes der Bundesrepublik Deutschland, der Kulturstiftung des Bundes
und des Goethe-Instituts, das sich seinerseits mit Kunst- und
Bildungsprogrammen im Operndorf engagiert.

Seit seinen Anfängen wird das Projekt vom Goethe-Institut sehr
nachhaltig beraten und inhaltlich gestützt. So entstand auf
Initiative des Goethe-Instituts die Reihe „Dorfgespräche“, die im
März 2011 in Ouagadougou begonnen wurde und seitdem in Bürger- und
Podiumsdiskussionen den Entstehungsprozess des Operndorfes
selbstkritisch in und außerhalb Afrikas begleitet.

Hinsichtlich der Schuleröffnung fördert das Goethe-Institut zudem
ein ganz besonderes Projekt des jungen Theateraktionisten Wilfrid
Bambara. Mit 70 Kindern und Jugendlichen aus den umliegenden Dörfern
unter Beteiligung verschiedener Künstler hat Bambara und sein Verein
„Dodo Opera Connection – Jeunesse unie pour le village de l´Opéra“ in
den vergangenen Wochen in Workshops ein eigenes Programm zur
Eröffnungsfeier am 8. Oktober gestaltet. Auch auf diesem Weg wurde
eine intensive Anbindung der Bevölkerung und vor allem der Kinder an
das Operndorf hergestellt.

Von großer Bedeutung sind und bleiben Spenden aus der Bevölkerung,
auf die das Projekt weiterhin angewiesen ist, und für die die
Festspielhaus Afrika gGmbH unter Kto. 1128578, BLZ. 100 701 24 ein
Konto eingerichtet hat.

Wir bitten um Berücksichtigung in Ihren Medien.

Weiterführende Texte und Bilder zum Projekt von Christoph
Schlingensief, zur Entwicklung und zum aktuellen Stand der
Bauarbeiten stehen unter www.operndorf-afrika.com zur Verfügung.

Gefördert durch:
Kulturstiftung des Bundes
Goethe-Institut
Auswärtiges Amt
Rudolf Klefisch-Stiftung

Presseanfragen richten Sie bitte jederzeit an die im Folgenden
aufgeführten Kontaktdaten:

Claudia Kaloff
für Festspielhaus Afrika gGmbH
Kaloff Artist Relations
Tel: +49-30-88683817
Email: kaloff@schlingensief.com

Jörg van der Horst
für Festspielhaus Afrika gGmbH
Redaktion und Archiv Christoph Schlingensief
Email: vanderhorst@festspielhaus-afrika.de

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