Schwäbische Zeitung: Ein Fall für Gall

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Vor etwas mehr als einem Jahr lobten die
Landtagsparteien noch einmütig überschwänglich die Ermittlungen der
baden-württembergischen Polizei im Umfeld des NSU-Terrors und den
zuständigen Innenminister Reinhold Gall (SPD).

Spätestens seit Montag ist klar: Zumindest im Fall Florian H. gab
es haarsträubende Pannen. In einem fatalen Mix von
Abstimmungswirrwar, Gartenzaundenken und Ablaufblindheit schafften
die Ermittler das Kunststück, Beweismittel liegenzulassen und
gleichzeitig zu berichten, dass alles super gelaufen ist.

Wenn ein Polizeidienstbuch mit im Nachhinein wichtigen Daten
entsorgt wird, kann man noch unter „dumm gelaufen“ abhaken. Wenn ein
leitender Staatsschützer das Posieren vor Hakenkreuzfahnen als
„Rechtspopulismus“ verniedlicht, wird es heikel. Doch wenn eine
Ermittlerin unvollständige Berichte mit ihrer Signatur als korrekt
weiterleitet, weil man das ja immer so macht, hat die Polizei ein
Systemproblem. Ein Disziplinarverfahren reicht da nicht mehr. Der
Fall Florian H. wird nun auch ein Fall für Reinhold Gall.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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