Sondersteuer für bessere Tierhaltung: Lob vom Tierschutzbund, mahnende Worte von Geflügelhaltern

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Sondersteuer für bessere Tierhaltung: Lob vom Tierschutzbund,
mahnende Worte von Geflügelhaltern

Geflügelwirtschaft fordert Herkunftskennzeichnung: Sonst machen wir nicht mit

Osnabrück. Der Tierschutzbund begrüßt die Pläne aus dem Kreis der Berater der
Bundesregierung zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland. Verbandspräsident
Thomas Schröder sprach in der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) von einem
“hoffnungsvollen Signal dafür, dass sich etwas bewegt”. Der Entwurf für
entsprechende Empfehlungen aus dem Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung
berücksichtige nicht nur ein besseres Leben für Schwein und Co in den Ställen,
sondern auch finanzielle Planungssicherheit für Landwirte. Schröder appellierte
an Bundesagrarministerin Julia Klöckner, die Vorschläge zügig umzusetzen. “Jetzt
gilt es anzupacken, es ist keine Zeit mehr für zeitverschleppende Klöckner–sche
Diskussionsrunden”, mahnte der Verbandspräsident. Sein Verband sollte zunächst
Teil des Kompetenznetzwerks sein, war dann aber der entsprechenden Einladung aus
Protest gegen die Tierschutzpolitik der Bundesregierung nicht gefolgt.

Unterdessen mahnte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG)
eine solide Finanzierung der Umbaupläne an. Verbandspräsident Friedrich-Otto
Ripke forderte in der “NOZ”: “Wir brauchen eine staatliche Tierwohlprämie.”
Diese müsse Landwirten verbindlich für mindestens 15 Jahre zugesichert werden
und die Mehrkosten der künftigen Haltungsbedingungen abfedern. “Das muss jetzt
auf den Weg gebracht werden. Die Zeit drängt”, so Ripke. Zudem müsse die
Bundesregierung eine Herkunftskennzeichnung durchsetzen, sodass Verbraucher auf
der Verpackung erkennen könnten, woher das Fleisch stammt. “Das gehört zwingend
dazu. Sonst machen wir nicht mit”, sagte Ripke.

Wie die “NOZ” am Donnerstag unter Berufung auf einen Entwurf für entsprechende
Empfehlungen an die Bundesregierung berichtete, regen Vertreter des
Kompetenznetzwerkes die Einführung einer Verbrauchsteuer auf tierische Produkte
an. Diese soll bei Fleisch etwa 40 Cent pro Kilo betragen, bei Milch zwei Cent
pro Liter. Die Einnahmen sollten verwendet werden, um den Umbau der Tierhaltung
bis 2040 zu finanzieren. Ziel müsste demnach mehr Platz im Stall für Schweine,
Rinder und Hühner sein und möglichst “Kontakt zu Außenklima”. Am Freitag trifft
sich das Kompetenznetzwerk unter Leitung des ehemaligen
Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert (CDU) erneut. Er ist von der
amtierenden Ministerin Julia Klöckner beauftragt, Vorschläge zum Umbau der
Tierhaltung zu präsentieren.

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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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