Südwest Presse: Kommentar zum Euro

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Das hätte man sich bislang nicht vorstellen können:
Dass mit Wolfgang Bosbach und Hermann Otto Solms zwei wichtige
Politiker der Regierungskoalition allen Ernstes einen Austritt
Griechenlands aus dem Euro-Verbund empfehlen. Die Diskussion um die
Unzulänglichkeiten der bisherigen Euro-Rettung ist das eine, die
Suche nach ökonomischen Alternativen in Expertengremien das andere.
Unbeeindruckt von derlei Detailfragen blieb bisher die deutsche
Regierungspolitik, die keine Zweifel daran aufkommen lassen wollte,
dass sie den Euro und damit Europa verteidigen wird. Die Finanzmärkte
trauten solchen Beteuerungen nicht – zu Recht, wie sich jetzt
eindrucksvoll und leider auch beängstigend bestätigt. Welche Motive
die beiden hatten, sei dahingestellt – das Signal, das sie aussenden
ist verheerend. Wer Zweifel sät, dass der Euro-Verbund Bestand hat,
verschärft die unendlich schwierigen Bemühungen um seine
Stabilisierung. Gedankenspiele über den Austritt Griechenlands mögen
auf der Straße gut ankommen, in der Sache sind sie ziemlich
verantwortungslos. Niemand kann genau sagen, was passieren wird. Die
Wahrscheinlichkeit einer chaotischen Kettenreaktion ist aber groß.
Aufgabe der Politik ist es, dies dem Volk darzulegen, das ohnehin
schon teilweise absurde Meinungen zum Thema hat. Noch ist der Euro
und mit ihm Europa stark. Wenn noch mehr Bosbachs und Solms kommen,
wird sich das ändern.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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