Von Solidarität anstecken lassen/Corona macht Angst. Zusammenhalt kann die Furcht vor dem Virus besiegen/Leitartikel Christine Strasser

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Niemand wird von den Folgen der Corona-Krise verschont bleiben. In Bayern gilt nun der Katastrophenfall. Das öffentliche Leben wird “heruntergefahren”. Unser Alltag hat sich bereits gewandelt und er wird sich aufgrund der Pandemie sogar noch fundamental verändern. Wie weit das gehen wird, lässt sich nicht absehen. Das kann Angst machen. Diese Angst lässt sich aber bekämpfen. Gegen das Gefühl der Hilflosigkeit gibt es ein Gegenmittel: Handeln – mit kühlem Kopf und heißem Herzen. Es geht nicht um den Einzelnen, es geht um die Gesamtheit. Statt von Panik sollten sich möglichst viele von der Solidarität anstecken lassen, die ja schon in den vergangenen Tagen um sich gegriffen hat. Zusammenhalt ist auf vielen Ebenen notwendig. Gefragt ist die Politik, die Unterstützung für ins Trudeln geratene Betriebe und das Gesundheitswesen beschließen muss. Das hat die bayerische Staatsregierung getan. Sie hat einschneidende Maßnahmen verkündet – ruhig im Ton, hart in der Sache. Beschränkungen werden noch einmal ausgeweitet. Das kommunikative Krisenmanagement der Staatsregierung verdeutlicht, worum es gerade geht: Die Ausbreitung des Virus muss verlangsamt werden. In Bayern sind bislang fünf Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus offiziell bestätigt worden. Insgesamt wurden im Freistaat 1067 Menschen (Stand: Montagabend) positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Ließe man alles so weiterlaufen, wären bis zum Wochenende allein im Freistaat mehrere tausend Menschen infiziert. Die Staatsregierung handelt, weil sie handeln muss. Sie räumt offen ein, dass niemand absehen kann, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen. Diese Ehrlichkeit muss sein. Aufzuzeigen, dass gehandelt wird, weil es Grenzen gibt, ist wichtig. Das bayerische Gesundheitssystem ist gut. Aber es kann seine Wirkung umso besser entfalten, je kleiner die Ansteckungswelle gehalten werden kann. Das ist nicht der Zeitpunkt, in dem Geld eine Rolle spielt. Es geht darum, alles daranzusetzen, den totalen Crash zu verhindern. Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Corona-Krise stellt der Freistaat bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. “Wir werden keinen hängen lassen”, verspricht Ministerpräsident Markus Söder. Das ist ebenfalls ein Zeichen von Solidarität, das auch von den Betrieben gegenüber ihren Mitarbeitern kommen muss. Sei es, dass mehr Freiheiten beim Home-Office gewährt werden oder kreative Arbeitsformen erprobt werden. Das Thema soziale Absicherung und Arbeit stellt sich aber durch die Corona-Krise ganz besonders dar für Freiberufler, Kulturschaffende und vor allem prekär Beschäftigte in Bars, im Transportwesen oder an der Kasse. Auch ihnen, die leicht vergessen werden, muss wirtschaftlich unter die Arme gegriffen werden. Die Verantwortung lässt sich aber nicht nur auf andere Instanzen abschieben. In den nächsten Wochen, vielleicht auch Monaten wird es auf jeden Einzelnen ankommen. Alle sind gefragt. Indem man für ältere Nachbarn einkaufen geht, zum Beispiel. Oder einspringt, wenn Kinder betreut werden müssen. Oder jemandem eine Mitfahrt anbietet. Gerade wenn man Angst hat, hilft es, seine Mitmenschen zu sehen, sich zu helfen, anzulächeln, zu schauen, ob jemand Hilfe benötigt oder ein paar aufmunternde, tröstende Worte. Die vielleicht größte Herausforderung dabei ist, dass Zusammenhalt in dieser Situation einerseits bedeutet, dass man körperlichen Abstand hält. Andererseits ist es gerade jetzt wichtig, mitmenschlich zu bleiben, “das Ganze” zu sehen. Eine Krise wie jetzt bewältigt man nur als Gemeinschaft. Darin liegt womöglich auch eine Chance. Denn vielleicht begreifen ja nun viele, dass sie alleine nichts sind.

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