WAZ: Hohes Giftrisiko in NRW-Gewässern: Landesumweltamt misst weit an Grenzwerten vorbei

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Das Landesumweltamt (Lanuv) untersucht Gewässer in
NRW seit Jahren mit untauglichen Mitteln. Die Behörde stellt
Messgeräte so ein, dass bis zu tausendfache Grenzwertüberschreitungen
nicht nachgewiesen werden können. Als Folge sind Hunderte von
Wasseradern im Lande möglicherweise weitaus höher mit Giften belastet
als bisher bekannt. Das berichten die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe
(Mittwochausgaben). In Lanuv-Messprotokollen von 20 hochgiftigen
Bioziden fand die WAZ rund 85000 Wasserproben, bei denen hohe
Grenzwertüberschreitungen nicht auffallen könnten. Grund: Die Behörde
orientiert sich bei Giftmessungen häufig nicht an strengen
Grenzwerten, sondern misst mit weit höheren Schwellenwerten. Dies
öffnet die Tür für Giftmengen, die nicht zu erkennen wären. Bei
einigen der giftigsten Substanzen bestehen Dunkelziffern von bis zu
99 Prozent, berichtet die WAZ. Betroffen sind kleine und mittlere
Gewässer sowie große Flüsse in ganz NRW; auch diverse Talsperren im
Sauerland und die Ruhr, aus der rund fünf Millionen Menschen trinken.
Einige der unzureichend untersuchten Gifte gelten als krebserregend.
Das Umweltbundesamt (UBA) warnt. „Negative Folgen für Mensch und
Umwelt sind nicht auszuschließen“, sagte eine Sprecherin der WAZ. Das
Lanuv verweist auf technische Grenzen. Manche Gifte könnten „nicht in
der Sensitivität gemessen werden, wie vom Gesetzgeber festgelegt“,
heißt es in einer Stellungnahme gegenüber der WAZ. Umfangreiche
Lanuv-Messdaten, die der WAZ vorliegen, belegen, dass die Behörde in
der Lage ist, auch in technisch anspruchsvolle Grenzwertbereiche
vorzudringen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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