WAZ: Verhoben an der Küppersmühle – Kommentar von Jens Dirksen

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Sie war vor allem spektakulär gedacht, die
Erweiterung des Museums Küppersmühle im Duisburger Innenhafen: Wie
ein Schuhkarton für Giganten sollte der Bau aufs Dach gewuchtet
werden. Doch nun hat sich Duisburg daran verhoben. Faul war schon
manches an dem Bau. Den hochfliegenden Plänen zuliebe wurde der
Einspruch des obersten Denkmalschützers nassforsch beiseitegewischt.
Dem Sponsor zuliebe schluckte man ein Logo für Giganten, das eher an
ein Evonik- als ein Kunst-Museum denken ließ. Schließlich kamen
eklatante Bausünden hinzu, die zu einer heillos maroden Bauausführung
und einer ganzen Reihe von Firmenpleiten führte. Doch der wahre, der
große Skandal rund um den ersehnten Renommierbau liegt darin, dass
jetzt als Folge der Gigantomanie ein städtisches
Wohnungsbauunternehmen auf der Kippe steht – die Gebag, die sich
eigentlich darum kümmern sollte, dass die Wohnungen von stadtweit
13000 Mietern in Ordnung sind. Doch weil die bitterarme Stadt
Duisburg den Museumsausbau nicht stemmen konnte, ging sie den Umweg
über eine Stadt-Tochter. Jetzt wird offenbar, dass sie ein Risiko
eingegangen ist, das sie eigentlich nicht verantworten konnte. Aus
lauter Ehrgeiz. Manchmal ist Bescheidenheit mehr als eine Zier.
Manchmal ist sie schlicht und einfach Pflicht.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
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