Westfalen-Blatt: ein Kommentar zu Löhnen in der Pflegebranche

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Löhne werden in Deutschland üblicherweise
zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt. Der Vorstoß
von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), in der Pflege 2500 Euro
Mindestlohn erreichen zu wollen, erscheint deshalb irritierend und
wird vom Verband der privaten Pflege-Arbeitnehmer ja auch erbost
aufgenommen. Nur: Spahn hat ja recht. Pflegekräfte – auch solche, die
Hilfsarbeiten leisten – müssen endlich einen angemessenen Lohn
erhalten. Das hat nicht nur etwas mit dem Wohlstand zu tun, sondern
auch mit der Wertschätzung für diesen Berufsstand. Wenn die privaten
Pflege-Arbeitgeber sich weiter so vehement gegen
allgemeinverbindliche Tarifverträge stellen, dann dürfen sie sich
nicht wundern, wenn der Staat Druck macht. Die Gretchenfrage aber
bleibt offen: Wer soll das bezahlen? Niemand kann wollen, dass immer
mehr Pflegebedürftige auf Zuzahlungen vom Sozialamt angewiesen sind –
und ihnen am Lebensabend nur noch ein Taschengeld übrig bleibt. Die
Beiträge zur Pflegeversicherung werden also weiter steigen müssen. Es
wäre gut, wenn der Minister das einmal deutlich aussprechen würde.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Scholz Stephan
Telefon: 0521 585-261
st_scholz@westfalen-blatt.de

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