Westfalen-Blatt: Kommentar zur Europäischen Zentralbank

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann an der Spitze
der Europäischen Zentralbank: Daraus wird nichts. Nachfolgerin Mario
Draghis wird stattdessen die Französin Christine Lagarde. Als Chefin
des Währungsfonds bringt sie die fachlichen Voraussetzungen mit.
Trotzdem ist ihre Nominierung eine Wegmarke in der Geschichte der
EZB. Wo diese hätte eine leichte Kurve nehmen können, geht es auf dem
Pfad des billigen Geldes strikt weiter geradeaus. Profitieren werden
die Schuldenmacher unter den Regierungen in den Euro-Ländern. Bezahlt
wird die Rechnung von den Anlegern, Versicherungen und Banken, deren
Geschäftsmodell ohnehin unter Druck steht. Sicher, auch Weidmann
hätte das Steuer nicht abrupt umwerfen können. Aber zumindest wäre
von ihm zu erwarten gewesen, dass er Politikern, die bewusst Schulden
auf Kosten der Allgemeinheit machen, nicht noch die Hand reicht.
Ärgerlich ist auch die Einbeziehung der EZB ins Brüsseler
Postengeschacher. Es zeigt, wie wenig von der – auch nicht
lupenreinen – Unabhängigkeit der früheren Bundesbank in der EZB übrig
blieb.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Dominik Rose
Telefon: 0521 585-261
d.rose@westfalen-blatt.de

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