Westfalenpost: Ein Argument für Quoten / Kommentar von Nina Grunsky zum Nachteil für Führungsfrauen

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Der eigenen Tochter sollen eines Tages alle Türen
weit offen stehen? Dann nennt man sie am besten Dominique, Kim oder
Kay. Man gibt ihr irgendeinen von diesen Unisex-Vornamen, die nicht
eindeutig das Geschlecht verraten. Vielleicht kann man so ihre
Chancen ein Stück weit erhöhen, eines Tages genauso so gute Jobs zu
bekommen und ebenso viel Geld zu verdienen wie Männer. Zumindest
kurz. Denn die zarte Stimme und das weibliche Aussehen machen den
„guten“ ersten Eindruck bald wieder zunichte. Name und Geschlecht
entscheiden nach wie vor darüber, wie viel Menschen verdienen und
welche Karriere sie machen. Das zeigt eine Studie der Uni Siegen
ebenso wie internationale Forschungsprojekte. Frau kann deshalb den
Männern nicht einmal einen Vorwurf machen: Studien zufolge haben
weibliche Professorinnen männlichen Studenten bei der Vergabe von
Stellen den Vorzug gegeben – bei gleicher Qualifikation. Mehr als ein
Jahrhundert, nachdem Frauenrechtlerinnen ihren Kampf aufgenommen
haben, sitzen kulturelle Vorstellungen, die Männern mehr Kompetenzen
in der Arbeitswelt zusprechen, in der Gesellschaft fest. Ein ziemlich
starkes Argument für Instrumente wie Frauenquoten und
Gleichstellungsgesetze. Denn mit Vernunft allein scheint es nicht zu
gehen. Nicht einmal mit weiblicher.

Pressekontakt:
Westfalenpost
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