zu Missbrauch/Studie/Erzbistum Köln

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Endlich reinen Tisch machen

Raimund Neuß zur verschobenen Missbrauchstudie im Erzbistum Das ist ein bitterer
Tag nicht nur für die Opfer von Missbrauch im Raum der katholischen Kirche,
sondern auch für alle, die auf die heilsame Wirkung einer gründlichen
Aufarbeitung gehofft hatten. Tabulose Aufklärung hatte das Erzbistum Köln
zugesagt – und muss die Vorstellung der Ergebnisse jetzt verschieben. Kein
anderes deutsches Bistum ist so weit gegangen, wie das Erzbistum Köln gehen
will. Das verdient hohen Respekt. Die Ergebnisse der Untersuchung soll selbst
der Erzbischof vorab nicht kennen – und im Abschlussbericht sollen Namen
Verantwortlicher genannt werden. Wie riskant so etwas ist, weiß jeder, der –
etwa als Jurist, als Sprecher einer Institution, als Berichterstatter – mit
Namen von Beschuldigten umgehen muss. Umso sicherer durfte man erwarten, dass
das Erzbistum sich hier rechtlich absichert. Offensichtlich hat sich unmittelbar
vor der Veröffentlichung ergeben, dass diese Absicherung noch nicht hält. Eine
Zwangslage, aus der das Erzbistum nicht so einfach herauskommt. Auch die Kirche
muss sich an die deutsche Rechtsordnung halten, und zwar auch dann, wenn es um
den Schutz Beschuldigter geht. Umso lauter muss man fragen, wo denn alle
geblieben sind, die im Erzbistum Köln während der letzten drei, vier Jahrzehnte
Personalverantwortung getragen haben. Ein großer Teil von ihnen lebt noch und
wäre durchaus in der Lage, sich zu äußern. Ein einziger von ihnen, der frühere
Personalchef Robert Kümpel, hat bisher die Größe gehabt, an die Öffentlichkeit
zu gehen und Versäumnisse einzugestehen. Bei anderen Herren muss das Erzbistum
offensichtlich eher Unterlassungsklagen fürchten. Und das in einer Kirche, die
das Schuldbekenntnis an den Anfang jeder Messfeier stellt und in der
Kommunionkinder mühsam ihre drei Sünden zusammenkratzen, damit sie auch etwas
Ordentliches zur Erstbeichte mitbringen. Wenn die früher Verantwortlichen
endlich selbst aufstehen und reinen Tisch machen würden, dann wäre auch die
rechtliche Absicherung der Aufklärung im Erzbistum Köln einfacher.

Pressekontakt:

Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
Telefon: 0228-6688-546
print@kr-redaktion.de

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