29. Mai: Zum fünften Todestag von Karlheinz Böhm / Filmstar, Vorreiter der Entwicklungszusammenarbeit und Stiftungsgründer (FOTO)

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Am 29. Mai 2014 ist Karlheinz Böhm gestorben. Er war Filmstar,
Vorreiter der Entwicklungszusammenarbeit und Gründer der Stiftung
Menschen für Menschen. Ein Rückblick auf ein bewegtes Leben.

“Hilfe zur Selbstentwicklung statt Almosen”: Nach diesem Grundsatz
gründete Karlheinz Böhm 1981 die Äthiopienhilfe. Seine Kritik an der
ungerechten Verteilung zwischen Arm und Reich war der Motor seines
Handelns. Er wollte stets zeigen, dass eine gerechtere Welt möglich
ist. Bisher wurden durch die Äthiopienhilfe u.a. über 2.540
Wasserstellen (Pumpbrunnen und Quellfassungen) geschaffen, 440
Schulen und über 100 Gesundheitsstationen, Polikliniken und
Krankenhäuser neu gebaut oder erweitert und sie stehen
stellvertretend für die Erfolgsgeschichte der Hilfsorganisation in
einem der ärmsten Länder der Welt. Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe hat
auf diese Weise bis heute dazu beigetragen, dass über sechs Millionen
Menschen in dem ostafrikanischen Land ein besseres Leben führen
können und sie eine Perspektive im eigenen Land haben. Und die Arbeit
von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe (www.menschenfuermenschen.de)
setzt sich fort.

Eine Wette, die viele bewegte und vieles veränderte

Am 16. Mai 1981 war Karlheinz Böhm in der ZDF-Sendung “Wetten,
dass..?” zu Gast. Sein legendärer Aufruf an die Fernsehzuschauer gab
seinem Leben eine entscheidende Wendung. Böhm wettete damals, er
werde es nicht schaffen, dass “jeder dritte Zuschauer eine Mark,
einen Schweizer Franken oder sieben österreichische Schilling für
Menschen in der Sahelzone spendet”. Zwar gewann Böhm die Wette, denn
es gelang tatsächlich nicht, dennoch kamen 1,2 Millionen DM zusammen.
Im Oktober 1981 flog er erstmals nach Äthiopien und gründete am 13.
November 1981 die Hilfsorganisation Menschen für Menschen.

Auf seiner ersten Reise nach Äthiopien besuchte er ein
Flüchtlingslager mit etwa 1.500 Halbnomaden des Stammes Hauiwa in
Babile, Ostäthiopien. Gemeinsam mit ihnen begann er das erste Projekt
im rund 30 Kilometer entfernten Erer-Tal, wo sich die Flüchtlinge in
vier neuen Dörfern ansiedeln und ein neues Leben als selbstständige
Bauern beginnen konnten. Heute betreibt Menschen für Menschen in
verschiedenen Regionen Äthiopiens eine Vielzahl von langfristig
angelegten Projekten. Diese schließen miteinander verzahnte Maßnahmen
aus allen Bereichen des Lebens mit ein, wie die Förderung der
Landwirtschaft, Versorgung mit sauberem Trinkwasser, Bildung,
Gesundheit und Einkommen.

Karlheinz Böhm hat für sein Engagement in Äthiopien zahlreiche
Würdigungen und Auszeichnungen erhalten: unter anderem das
Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, die
äthiopische Ehrenstaatsbürgerschaft, Ehrendoktorwürden der
äthiopischen Universitäten in Jimma und Alemaya sowie das große
Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Darüber
hinaus wurde der ehemalige Schauspieler “für sein Lebenswerk im
Dienst der Humanität” mit der höchstdotierten Friedensauszeichnung,
dem Balzan-Preis, geehrt und mit dem UNESCO-Ehrenpreis sowie dem Save
the World-Award ausgezeichnet.

Seit 2011 war der Stiftungsgründer Ehrenvorsitzender der
Organisation. Am 29. Mai 2014 ist Karlheinz Böhm im Alter von 86
Jahren nach langer schwerer Krankheit in seinem Haus in der Nähe von
Salzburg verstorben. Er ist auf dem Salzburger Kommunalfriedhof in
einem Ehrengrab beigesetzt.

Lebenslauf von Karlheinz Böhm

Am 16. März 1928 wurde Karlheinz Böhm als einziger Sohn des
berühmten Dirigenten Karl Böhm und der Sopranistin Thea Linhard in
Darmstadt geboren. Bedingt durch den Beruf des Vaters zog die Familie
oft um: So verbrachte Karlheinz Böhm als Kind einige Jahre in Hamburg
und später in Dresden, wo sein Vater Leiter der Sächsischen
Staatsoper war. Während des Zweiten Weltkriegs lebte Karlheinz Böhm
in einem Schweizer Internat. Danach zog er mit seinen Eltern nach
Graz und machte dort 1947 sein Abitur. Auf Wunsch seines Vaters
begann Karlheinz Böhm ein Studium der Philosophie und Philologie an
der Grazer Universität.

Doch es zog ihn auf die Bühne: Über eine Regieassistenz beim Film
und den Schauspielunterricht (bei einer bekannten Burgschauspielerin)
kam Karlheinz Böhm 1948 zu einem ersten Engagement am legendären
Wiener Burgtheater. Darauf folgten einige Jahre am renommierten
Theater in der Josefstadt in Wien, das er stets als seine
künstlerische Heimat bezeichnete. Seine ersten Filmrollen erhielt er
in “Der Engel mit der Posaune” (1948) und “Haus des Lebens” (1952).
1952 gab ihm Arthur Rabenalt die Chance, sich neben Hildegard Knef
und Erich von Stroheim in einer Hauptrolle zu beweisen (“Alraune”).

Internationale Berühmtheit erlangte Karlheinz Böhm mit seiner
Filmrolle als Kaiser Franz Joseph von Österreich an der Seite von
Romy Schneider in der “Sissi”-Trilogie zwischen 1955 und 1957. Einen
Kontrapunkt zum Image des Sissi-Kaisers setzte er 1960 als Mark Lewis
in Michael Powells aufsehenerregendem Psychodrama “Peeping Tom”
(“Augen der Angst”). Nach einem vierjährigen Gastspiel in Hollywood,
wo er unter anderem in “The Four Horsemen of the Apocalypse” (1962)
und “The Wonderful World of the Brothers Grimm” (1962) zu sehen war,
wandte sich Böhm Mitte der Sechziger Jahre wieder mehr dem Theater in
Europa zu und übernahm auch die Regiearbeit bei verschiedenen
Opernaufführungen.

So brachte er 1964 gemeinsam mit seinem Vater “Elektra” von
Richard Strauss an die Stuttgarter Staatsoper: Karlheinz Böhm
inszenierte, Karl Böhm dirigierte. Anfang der Siebziger Jahre gelang
ihm mit eindrucksvollen Charakterdarstellungen in den Rainer Werner
Fassbinder-Produktionen “Martha” (1973), “Effi Briest” (1974),
“Faustrecht der Freiheit” (1974) und “Mutter Küsters Fahrt zum
Himmel” (1975) ein bemerkenswertes Film-Comeback. Danach arbeitete
Böhm unter anderem als Ensemble-Mitglied des Düsseldorfer
Schauspielhauses, wo er zuletzt als “King Lear” Triumphe feierte. Dem
TV-Publikum blieb er durch beliebte Serien wie “Ringstraßenpalais”
(1980/82) und “Die Laurents” (1981) ein Begriff.

Über Menschen für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit über 37 Jahren
nachhaltige Hilfe zur Selbstentwicklung in Äthiopien. Im Rahmen
integrierter ländlicher Entwicklungsprojekte verzahnt Menschen für
Menschen gemeinsam mit der Bevölkerung Maßnahmen aus den Bereichen
Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen. Den
Grundstein für Menschen für Menschen legte am 16. Mai 1981 der
damalige Schauspieler Karlheinz Böhm (gest. 2014) mit seiner
legendären Wette in der Sendung “Wetten, dass..?”. Die Stiftung trägt
das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen
(DZI). Menschen für Menschen setzt die Maßnahmen derzeit in elf
Projektgebieten mit über 620 fest angestellten und fast
ausschließlich äthiopischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um.

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Spendenkonto
Stiftung Menschen für Menschen
Stadtsparkasse München
IBAN: DE64 7015 0000 0018 1800 18
BIC: SSKMDEMM
Online: www.menschenfuermenschen.de

Pressekontakt:
Stiftung Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
Erich Jeske
Brienner Straße 46
80333 München
E-Mail: erich.jeske@menschenfuermenschen.org
Tel.: +49 89 383979-87
Fax: +49 89 383979-70

Original-Content von: Die Stiftung Menschen für Menschen, übermittelt durch news aktuell

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