BERLINER MORGENPOST: S-Bahn muss verlässlich sein – Kommentar von Andreas Abel zu den anhaltenden Problemen bei der Bahntochter

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S-Bahn-Kunden ärgern sich nahezu täglich über ihren
Dienstleister: Wagen sind überfüllt, die Taktdichte zwischen zwei
Zügen ist zu lang. Und dann kommt auch noch Unpünktlichkeit hinzu.
Die war im vergangenen Jahr so gravierend wie seit der großen
S-Bahnkrise von 2009 nicht mehr. Fast acht Prozent aller Bahnen kamen
zu spät, deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Folglich kürzt der Senat
seine Zahlungen an die Bahn-Tochter für 2017 um 22 Millionen Euro.

Doch die meisten Fahrgäste dürften darüber kaum Genugtuung
empfinden, sie wünschen sich einen pünktlichen und verlässlichen
S-Bahn-Verkehr. Zumal offenbleibt, wie sehr die Kürzung das
Unternehmen wirklich schmerzt. Bei 70 Millionen Euro Jahresüberschuss
stellt sich die Frage, ob die Strafzahlung nicht „eingepreist“ ist
und ob sie drakonisch genug ausfällt, um die Führungsspitze
nachhaltig zu beeindrucken.

Einige der Probleme, mit denen die Verspätungen 2017 begründet
werden, treten auch in diesem Jahr zutage: Gleisengpässe zwischen
Ostkreuz und Ostbahnhof, turnusmäßige Reparaturen, durch die dann ein
erheblicher Teil der Fahrzeugflotte längere Zeit nicht zur Verfügung
steht, Zugausfälle wegen Personalmangels. Es steht also zu
befürchten, dass die Bilanz für 2018 nicht besser ausfällt als die
des Vorjahres.

Nun wird die Unternehmensleitung ins Feld führen, dass sie ja
bereits ein 32 Millionen schweres „Qualitätsprogramm“ auf den Weg
gebracht hat. Züge, Kabel und Signale sollen modernisiert, mehr
Lokführer ausgebildet werden. Zudem erprobt das Unternehmen, ob sich
die Haltezeit der Züge auf den Bahnhöfen mit dem zentral gesteuerten
gleichzeitigen Öffnen aller Türen reduzieren lässt.

Ob das reicht, wird sich zeigen. Die Unternehmensspitze muss sich
darauf konzentrieren, die Mängel zu beseitigen. Pläne für eine neue
Farbgebung der Züge sind dagegen nachrangig.

Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

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