Den Kreislauf aus Armut und Behinderung durchbrechen / CBM fordert besseren Zugang zum Erwerbsleben für Menschen mit Behinderungen

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Weltweit leben rund eine Milliarde Menschen mit
Behinderungen, der Großteil von ihnen in Entwicklungsländern. Trotz
aller anders lautenden Selbstverpflichtungen der Staaten haben
behinderte Menschen oftmals schlechtere Bildungschancen als Menschen
ohne Behinderung und verfügen über kein oder nur ein geringes
Einkommen. Ein Teufelskreis droht, denn Armut wiederum begünstigt
Krankheiten und bleibende Beeinträchtigungen. Darauf weist die
Christoffel-Blindenmission (CBM) zum Welttag der Menschen mit
Behinderungen am 3. Dezember hin. „Es ist bisher nicht gelungen, den
Kreislauf aus Armut und Behinderung dauerhaft zu durchbrechen“,
erklärt der CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Deswegen brauchen wir
mehr Anstrengungen, damit behinderte Menschen einer Erwerbstätigkeit
nachgehen können. Das gilt vor allem für die ärmsten Regionen der
Welt. Deswegen ist hier auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit
gefordert.“

Erblindung bedeutete das berufliche Aus

Welche Auswirkung eine Behinderung auf die wirtschaftliche
Situation eines Menschen haben kann, zeigt die Geschichte von Mourine
Yilamonyuy. Im Alter von 33 Jahren erblindete die Frau aus Kamerun
durch eine Augenerkrankung und musste ihren Beruf als Friseurin
aufgeben. Plötzlich stand sie ohne Arbeit und ohne geregeltes
Einkommen da. Mourines Beispiel ist typisch: Laut einer Untersuchung
der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Weltbank sind Menschen
mit Behinderungen deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen
als Menschen ohne Behinderungen, behinderte Frauen noch stärker als
behinderte Männer.

Für Mourine brachten der Besuch einer Interessensvertretung
behinderter Menschen sowie die Teilnahme an verschiedenen Workshops
die Wende. Die ehemalige Friseurin lernte den Umgang mit Tieren und
baute eine kleine Schweinezucht auf. Mit dem damit verdienten Geld
eröffnete sie zusätzlich einen Palmölhandel. Eine ihrer wichtigsten
Erkenntnisse aus dieser Zeit: „Ich habe gelernt, dass eine
Behinderung nicht Unfähigkeit bedeutet. Dass ich immer noch fähig
bin, etwas zu erreichen.“ Nach Jahren der Untätigkeit und
Abhängigkeit sorgt Mourine inzwischen nicht nur für sich selbst,
sondern auch für andere: In ihrer Gemeinde engagiert sie sich für ein
Wasserprojekt. In ihrer Kirche organisiert sie Feste. Und für ihre
Mutter hat sie die Krankenhausrechnungen bezahlt.

Menschen mit Behinderungen nach ihren Fähigkeiten beurteilen

Diese Erfolgsgeschichte ist jedoch nicht die Regel. „Menschen mit
Behinderungen werden zu oft auf ihre Beeinträchtigung reduziert“,
benennt Brockhaus einen der Gründe für die Ausgrenzung vom
Erwerbsleben. „Das ist jedoch falsch. Vielmehr sollten wir sie nach
ihren Fähigkeiten beurteilen und ihnen ermöglichen, diese zu nutzen.“
Die CBM fordert vor diesem Hintergrund von der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit mehr Projekte, die behinderten Menschen
weltweit eine Ausbildung ermöglichen und sie bei der Existenzgründung
unterstützen. Auch die Stärkung ihrer Rechte sowie der Abbau von
Vorurteilen bei potentiellen Arbeitgebern und bei Banken müssen aus
Sicht der CBM Bestandteil der Maßnahmen sein.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und
ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in
Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit
Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das
Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu
vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM
unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern. Weitere Informationen
unter www.cbm.de

Pressekontakt:
CBM-Pressestelle: Esther Dopheide, Tel.: 06251/131-191, E-Mail:
presse@cbm.de

Original-Content von: Christoffel Blindenmission e.V., übermittelt durch news aktuell

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