Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt beenden

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Mit Erschrecken hat der Paritätische Wohlfahrtsverband eine
Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zur Kenntnis genommen, nach der
jede*r dritte Wohnungssuchende mit Migrationshintergrund schon einmal
Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt erfahren hat. Gleichzeitig kommen die
Ergebnisse der heute vorgestellten Studie für den Gesamtverband wenig
überraschend. Der Verband fordert eine Aufklärungskampagne zur Rechtslage und
den Ausbau örtlicher Antidiskriminierungsstellen.

“Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihres Namens nicht einmal zu einer
Wohnungsbesichtigung einzuladen, ist traurige Realität auf dem Wohnungsmarkt.
Das hören wir immer wieder und das seit langem aus unserer praktischen Arbeit”,
so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.
Vorbehalte und auch offener Rassismus sind leider weit verbreitet, so Schneider.
Auch dies belegt die Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: 41
Prozent hätten Bedenken, eine eigene Wohnung an Menschen mit
Migrationshintergrund zu vermieten.

Der Paritätische macht darauf aufmerksam, dass Diskriminierung bei der
Wohnungsvermietung bereits seit längerem rechtlich untersagt ist. Das
Antidiskriminierungsgesetz sieht für solche Fälle Schadensersatz und
Schmerzensgeld vor. “Das Problem ist allerdings, dass davon kaum jemand weiß”,
stellt Schneider fest. “Es bewahrheitet sich der alte Spruch: Wo kein Kläger, da
kein Richter.” Der Verband fordert umfassende Aufklärungskampagnen. Dass es sich
lohnt, sich zu wehren, zeige ein aktuelles Beispiel aus Berlin, wo die Deutsche
Wohnen zu einer Zahlung von 3.000 Euro Entschädigung an ein
Diskriminierungsopfer verurteilt wurde.

“Aber nicht jeder wird den individuellen und umständlichen Klageweg bestreiten”,
fürchtet Schneider. Der Verband regt daher an, Antidiskriminierungsstellen
flächendeckend auszubauen und für die Belange von Migrant*innen zu
qualifizieren. “In jeder Kommune brauchen wir eine Stelle, die niedrigschwellig
berät und hilft, auch juristisch. Das ist auch ein Signal an Vermieter:
Diskriminierung kann teuer werden. Schaut euch lieber den Menschen an und gebt
ihm oder ihr eine Chance in eurem Haus”, so Ulrich Schneider.

Der Paritätische Gesamtverband ist ein Spitzenverband der freien
Wohlfahrtspflege und hat über 200 Migrant*innenorganisationen im Forum der
Migrantinnen und Migranten unter seinem Dach.

Pressekontakt:

Philipp Meinert
redaktion@paritaet.org
Tel.: 030 24636-339

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/53407/4505484
OTS: Paritätischer Wohlfahrtsverband

Original-Content von: Paritätischer Wohlfahrtsverband, übermittelt durch news aktuell

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