Kölner Stadt-Anzeiger: Untersuchungsausschuss wird sich mit NSU-Anschlag in Köln befassen

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Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages wird
sich erneut mit dem Bombenanschlag in der Kölner Keupstraße vom 9.
Juni 2004 beschäftigen, den er eigentlich schon abgehakt hatte. Das
kündigte der CDU-Obmann Clemens Binninger im „Kölner Stadt-Anzeiger“
(Dienstag-Ausgabe) an. Grund ist, dass sich der Kölner Geschäftsmann
Ali Demir Ende letzten Jahres an das Gremium wandte. In einer der
Zeitung vorliegenden Eidesstattlichen Versicherung vom 24. November
2012 beteuert er, unmittelbar nach der Explosion mit 22 zum Teil
schwer Verletzten zwei Zivilpolizisten vor Ort gesehen zu haben – und
zwar fünf bis zehn Minuten bevor die ersten Einsatzfahrzeuge von
Polizei und Feuerwehr eintrafen. Nach Auskunft des
nordrhein-westfälischen Innenministeriums hielten sich die zwei
Beamten seinerzeit in der nahe gelegenen Schanzenstraße auf. Sie
seien Hundeführer und nicht auf den ersten Blick als Polizisten
erkennbar gewesen, hieß es weiter. Nachdem um 15.58 Uhr der Notruf
eingegangen sei, hätten sie sich ohne Hunde in die Keupstraße begeben
und dort Erste Hilfe geleistet. Binninger reichen diese Erklärungen
aber nicht. Er verwies gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ darauf,
dass die Diensthundeführerstaffel Teil der Sonderdienste im
Polizeipräsidium Köln und für die Keupstraße gar nicht zuständig
sei. Auch war einer der beiden Polizisten Polizeihauptkommissar;
diese gehen nicht auf Streife. Binninger schließt zwar nicht aus,
dass ein Zufall vorliegt. Er fügte jedoch hinzu: „Sollte es im
Vorfeld Hinweise auf eine Bedrohung gegeben haben, dann wäre es
skandalös, wenn wir das jetzt erst erfahren würden.“ Ohnehin müssten
die Polizisten den tatverdächtigen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt „ja
fast über die Füße gestolpert sein. Deshalb“, so der CDU-Politiker,
„gehen wir dem jetzt noch mal nach.“ Einer der beiden Beamten soll
am 25. April im Ausschuss vernommen werden. Der Ausschuss-Vorsitzende
Sebastian Edathy (SPD) erklärte überdies, das Gremium habe am 21.
März beschlossen, das Einsatzprotokoll, den Einsatzbericht und die
Protokolle etwaiger interner Nachbefragungen anzufordern. Bis zum
Montag, monierte der Sozialdemokrat im „Kölner Stadt-Anzeiger“, sei
„hierzu noch nichts geliefert worden“.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Produktion
Telefon: 0221 224 3157

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