Kölnische Rundschau zu Erzbistum Köln/Woelki/Missbrauch: Bischöfe mit Fehl und Tadel / von Raimund Neuß

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Es verdient Respekt, wie sich da ein Kardinal hinstellt und eigene Schuld im Umgang mit sexualisierter Gewalt einräumt. Im Fall des Düsseldorfer Pfarrers O. hätte er gut daran getan, schon vor Monaten von Fehlern zu sprechen. Nun hat er es getan, während die Selbstbezichtigung in einem weiteren, von ihm 2018 ja neu aufgerollten Fall sogar etwas überzogen wirkt. Wichtiger wäre eine Reflexion darüber, ob er einst als Weihbischof – auch über seine Amtspflichten und zweifellos beschränkten Kompetenzen hinaus – mehr hätte tun, vor allem: mehr hätte nachhaken können.

Aber sind das Rücktrittsgründe? Man sehe sich einmal in der Bischofskonferenz um, wer da ganz ohne Fehl und Tadel ist. Für den Konservativen Woelki sollten keine anderen Maßstäbe gelten als etwa für den fortschrittlichen Bischof Bode in Osnabrück, der zwei Jahrzehnte brauchte, um in einem schweren Missbrauchsfall unweit seiner Domstadt durchzugreifen.

Woelki ist 64. Ein Arbeitnehmer wäre da nahe am Rentenalter, ein Kardinal ist mit 64 immer noch jung. Er will sich die schwere, traumatisierende und fehlerträchtige Arbeit der Aufklärung weiter zumuten und hat noch eine lange Zeit damit vor sich. Auch diese Entscheidung hat Respekt verdient, und die angekündigten Reformen im Erzbistum haben Substanz.

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