Kölnische Rundschau: zu Israel/iraische Drohne

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Eskalation

Raimund Neuß zur Drohnen-Affäre So funktioniert die Logik der
Eskalation: Eine nach israelischen Angaben iranische Drohne dringt
von Syrien her in den israelischen Luftraum ein, es erfolgt ein
harter Gegenschlag, Syrien schießt eines der beteiligten israelischen
Flugzeuge ab, Israel führt weitere Vergeltungsschläge.

Israels Darstellung ist nicht überprüfbar, aber das Dementi der
von Teheran gesteuerten Milizen in Syrien ist dünn. Wer immer das
Fluggerät startete, musste wissen, was er mit seiner Provokation
auslösen würde: Eine militärische Konfrontation zwischen Israel und
Syrien in einem Ausmaß, das es seit Beginn des syrischen
Bürgerkrieges 2011 nicht gegeben hatte. Israel hat zwar gelegentlich
Angriffe geflogen, aber darauf geachtet, nicht in den Syrien-Krieg
hineingezogen zu werden. Man kann nur hoffen, dass hinter aller
israelischer und US-amerikanischer Rhetorik noch genug Rationalität
waltet, um bei diesem Kurs zu bleiben.

Feiern können jetzt Hardliner im iranischen Regime, deren Ziel es
ist, den Konflikt mit Israel anzuheizen. Der Drohnenflug passt in ihr
Kalkül. Die Politik von US-Präsident Donald Trump, der
Entspannungsbemühungen im Zuge des Atomabkommens nicht honoriert, hat
ihnen in die Hände gespielt – auch innenpolitisch. Nun haben sie
einen Vorwand mehr fürs Niederknüppeln jener Reformer, die ein Ende
der iranischen Dauerzündelei am Ostufer des Mittelmeers fordern.

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Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
Telefon: 0228-6688-546
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