Kommentar zu den Plänen des Bundes für die Deutsche Bahn: Von wegen glänzend

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Wenn alle Welt vom Klimaschutz redet, wollen sich auch Bahn und
Verkehrsminister nicht lumpen lassen: Die Rekordsumme von 86 Milliarden Euro für
die klimafreundliche Schiene taugt jedoch bestenfalls für tolle Schlagzeilen und
zur Beruhigung des Gewissens der Koalitionäre vor der nächsten Freitagsdemo. Auf
ein Jahrzehnt verteilt, kann dieser Betrag kaum den aufgelaufenen
Investitionsstau bei der Eisenbahninfrastruktur wettmachen. Und diesen hat die
Bundesregierung als Eigentümer zu verantworten, die den Chefs der Deutschen Bahn
AG über Jahre die Aufgabe stellte, das Unternehmen für eine “positive
Börsenstory” umzustrukturieren und Aktionäre anzulocken. Wer jetzt Engpässe
beheben sowie massenhaft Güter und Personen auf die Schiene bringen will, darf
nicht vergessen: In 26 Jahren “Bahnreform” wurden Tausende Kilometer Strecke
stillgelegt sowie Weichen und Überholgleise entfernt. Erfahrene Fachkräfte, die
man für die Sanierung dringend bräuchte, wurden frühpensioniert. Mit unsinnigen
Megaprojekten wie Stuttgart 21 werden weitere Milliarden zulasten der
Flächenbahn vergraben. Wenn die Bahn nun 24 Milliarden Euro Eigenmittel
aufbringen muss, dürfte dies den Renditedruck auf das Unternehmen noch steigern
– dessen Dividendenzahlungen an den Bund sind fest eingeplant. Das vom
Verkehrsminister versprochene “glänzende Bahnzeitalter” dürfte weiter auf sich
warten lassen.

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