Neue OZ: Kommentar zu Deutsche Bundestag/ZDH/Reform/Privatinsolvenz

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Schlechte Vorbilder

Drei statt sechs Jahre: Der Weg für Privatleute aus der
Schuldenfalle soll künftig nur halb so lang sein wie bisher. Das ist
in gewisser Weise konsequent: Seit Ausbruch der Euro-Krise hat der
Bundestag reihenweise Erleichterungen für Schuldner beschlossen,
allerdings für staatliche.

In ihrem lockeren Umgang mit Geld geben die Euro-Staaten und ihre
Zentralbank den Verbrauchern schlechte Vorbilder ab. Das wird sich
auf Dauer rächen. Denn die günstigen Zinsen, zu denen derzeit Kredite
zu haben sind, kann es nicht ewig geben. Die Entwicklung der Zahl von
Privatinsolvenzen in Deutschland ist ohnehin schon rasant. Sie stieg
seit 1999 – dem Jahr der Einführung des Insolvenzrechts für
Privatleute – von 1634 auf zuletzt fast 130 000. Die Prognose, dass
sie bei erleichterten Bedingungen für die Befreiung von Restschulden
weiter steigen wird, ist nicht sehr gewagt.

Sorgen sind also berechtigt, doch muss die Politik auch auf
Verhältnismäßigkeit achten. Überschuldung entsteht oft wegen
Arbeitslosigkeit nach Firmenpleiten wie bei Schlecker. Dafür hätte
Anton Schlecker eigentlich mit seinem ganzen Privatvermögen
geradestehen müssen – und hat es doch vermocht, Teile auf Angehörige
zu übertragen. Diese haben als Vergleichssumme zehn Millionen Euro
gezahlt, obwohl doch „nichts mehr da“ gewesen sein sollte. So viel
steht aber fest: Auch die neuen Insolvenzregeln lassen privaten
Schuldnern kaum Möglichkeiten für Tricksereien.

Norbert Meyer

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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