Neue OZ: Kommentar zu Landesbauerntag in Cloppenburg/Tierschutz

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Weichenstellung unvermeidbar

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister mag rhetorisch
noch so geschickt sein. So lobt er die Bauern artig für harte Arbeit,
hebt die Landwirtschaft als Jobmotor für Niedersachsen heraus.
Tatsächlich hat er auf dem Landesbauerntag in Cloppenburg jedoch
keinen Zweifel daran gelassen, dass seine Regierung an den
Tierschutz-Plänen festhält – notfalls gegen den Widerstand der
Bauern-Funktionäre.

Deren Strategie ist zwar insofern verständlich, als es unter den
Landwirten wegen drohender Einschnitte und Vorgaben für ihre Arbeit
kräftig rumort. Der Landesbauernverband wird jedoch nicht
umhinkommen, Zugeständnisse zu machen, statt stur alles beim Alten
lassen zu wollen. Das gilt etwa für das Kupieren von
Schweineschwänzen, das Stutzen von Schnäbeln oder die
Ferkelkastration ohne Betäubung. Verpassen die Verbände diese
Weichenstellung, geraten diejenigen noch mehr in Gefahr, deren
Interessen sie vertreten.

Denn die Bauern sind in diesem Jahr gebeutelt wie schon lange
nicht mehr. Auf eines können die Landwirte nun ganz sicher
verzichten: das Vertrauen der Verbraucher vollends zu verlieren.
Diese verhalten sich wegen des Dioxin-Skandals und der EHEC-Krise
noch kritischer gegenüber der Agrarwirtschaft. Einen Fehler sollten
sie indes vermeiden: Bauern pauschal als Übeltäter zu diffamieren.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

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