Rheinische Post:Österreich als Risiko Kommentar Von Matthias Beermann

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Man kann der österreichischen Bundesregierung
gewiss nicht vorwerfen, sie verfolge gegenüber Russland einen harten
Kurs. Im Gegenteil: In Wien darf Moskau auch dann noch auf
freundliche Nachsicht hoffen, wenn Österreichs westliche Partner
schon längst auf Distanz gegangen sind. Kein anderes EU-Land bringt
so viel Verständnis für Russlands aggressives Treiben in der Ukraine
und seine Einmischung auf dem Balkan auf. Als westliche Staaten als
Reaktion auf den durch russische Agenten in England verübten
Giftgasanschlag Dutzende russische Diplomaten auswiesen, scherte
Österreich aus. Dass man in Wien das russische Auge gerne mal
zudrückt, scheint auch die jetzt aufgedeckte Spionageaffäre zu
belegen, die für höchst ungewöhnliche Misstöne zwischen beiden
Regierungen sorgt. Man darf vermuten, dass sich das bald wieder legt.
Was schwerer wiegt, ist das wachsende Misstrauen der österreichischen
Nachbarn. Spätestens seit die notorisch Moskau-hörige FPÖ in der
Regierung sitzt und dort sensible Ministerien kontrolliert, gilt die
Alpenrepublik als Sicherheitsrisiko. Offenbar nicht ganz zu Unrecht.

Pressekontakt:
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