Südwest Presse: Kommentar zum Terror

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Seit gestern gibt es zwei mutmaßliche Bombenbastler
weniger im Land – oder besser gesagt: Zwei Männer, die sich so
auffällig mit Materialien eingedeckt haben, dass deren harmloser
Alltagsgebrauch eher unwahrscheinlich erscheint, sind im Gewahrsam
der Behörden. Das ist ein Erfolg für die Sicherheit aller und
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kann sich und den
Polizeikräften deshalb auf die Schulter klopfen – ist die Festnahme
doch der perfekte Beleg für seine erst wenige Tage alte Warnung, in
Deutschland lebten 1000 Islamisten, von denen 120 Gefährder seien.
Abgesehen davon: In Berlin ist Wahlkampf und Sicherheit ist stets ein
gutes Thema. Ob die Männer, die in Berlin-Neukölln an einer Bombe
geschraubt haben sollen, zwei von Friedrichs Terror-Liste sind,
werden die Ermittlungen ergeben. Deutlich ist nur: Die abstrakte
Bedrohung, von der Friedrich und andere Sicherheitspolitiker
sprechen, ist kein Hirngespinst. Wie in ähnlich gelagerten Fällen
steht keine Organisation unter Verdacht, sondern es geht um
Einzeltäter, die unauffällig gelebt und nicht in Kreisen verkehrt
hatten, die als extremistisch gelten. Dass Politiker wie der
CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach nun die Gunst der Stunde nutzen, um
gegen den kleinen Koalitionspartner FDP zu treten und einmal mehr die
Vorratsdatenspeicherung zu fordern, ist ein allzubekannter Reflex. Es
sei daran erinnert: Die Ermittlungen waren offensichtlich ohne jenes
umstrittene Überwachungsinstrument erfolgreich – und der
entscheidende Tipp kam ganz konventionell von den Händlern, die das
Material für die mutmaßliche Bombe liefern sollten. Sie waren
schlicht aufmerksam.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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