Thüringische Landeszeitung: Die reine Ablenkung / Kommentar von Florian Girwert zur aktuellen Drogenstatistik der Bundesrepublik

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Wer sich ominöse Badesalze oder Kräutermischungen
kauft, um sich zu berauschen, sollte vorher gut nachdenken – sonst
könnte das Vergnügen womöglich tödlich enden. Doch betrachtet man
sich die Zahlen genau, müsste noch immer Alkohol mit großem Abstand
als tödliche Droge Nummer eins gelten – von Zigaretten reden wir da
gar nicht.

Wöchentliche Polizeimeldungen über Menschen, die mit drei, vier
oder noch mehr Promille im Blut aufgegriffen werden, klingen zwar im
ersten Moment witzig, sollten aber eigentlich ein Warnsignal sein.
Alljährlich sterben im Freistaat hunderte Menschen an dem Stoff, der
frei erhältlich ist – vom Rauchen ganz zu schweigen. Der Staat
betreibt zwar halbherzig Präventionsprogramme, um die Kosten für das
Gesundheitssystem irgendwie im Rahmen zu halten. Gleichzeitig befasst
man sich in Verbotsdebatten mit Mitteln, von denen statistisch
gesehen kaum Gefahr ausgeht. Die deutsche Drogenpolitik bleibt im 21.
Jahrhundert willkürlich und populistisch. Da ist die Debatte um
„Legal Highs“ nur ein Nebenkriegsschauplatz.

Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de

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