Westfalen-Blatt: Kommentar zur geringen Getreideernte

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Es fehlen 30 Millionen Tonnen Getreide: Noch vor
einem Jahrhundert hätte das Hungersnöte in den betroffenen Regionen
nach sich gezogen. Heutzutage sichern globaler Handel und eine hoch
technisierte Landwirtschaft die Versorgung selbst in Dürrejahren.
Das ist ein Fortschritt, für den der moderne Mensch dankbar sein
sollte. Doch es gibt ein Problem: Je mehr Menschen in wirtschaftlich
weit entwickelten Regionen leben, desto größer wird der Hunger nach
mehr – vor allem nach mehr Fleisch. China ist das ein Musterbeispiel.
Mehr Fleisch bedeutet mehr Bedarf an Futtergetreide und somit mehr
Anbaufläche – also weniger Wälder. Mehr Vieh bedeutet auch mehr
Methanausstoß, was nach gängiger wissenschaftlicher Lesart eine
Beschleunigung des Klimawandels fördert. Es könnte also künftig noch
mehr Dürrejahre geben. Das alles ist seit Jahren bekannt. Doch noch
fehlt der Politik – gerade auch in Deutschland – der Mut,verbindliche
Regeln für mehr Klimaschutz aufzustellen. Muss es wirklich erst
wieder wirkliche Hungerkrisen geben, bevor sich das ändert?

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Dominik Rose
Telefon: 0521 585-261
d.rose@westfalen-blatt.de

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